Warum ich mir das von der Sächsischen Zeitung nicht mehr gefallen lasse.


Sagen wir es, wie es ist: Die Sächsische Zeitung hat diese Woche einen Artikel über mich veröffentlicht, der nicht unbedingt schmeichelhaft war. Herr Meyer hat einen ganz wunderbaren Artikel bekommen, aber das konnte sich der geneigte SZ-Leser ja schon vorab denken.

Ja, die Sächsische Zeitung und ich haben eine bewegte Geschichte. Und Herr Beutler mag mich nicht unbedingt – muss er ja auch nicht. Aber er sollte sich trotzdem an einige journalistische Regeln halten. Auch im Wahlkampf und auch wenn ihm ein anderer Kandidat lieber ist.

Deshalb muss ich jetzt mal sagen: Genug ist genug. Mich als Unternehmer darzustellen, der sich selbst überschätzt und sich überschönt darstellt, ist einfach nicht gut recherchiert. Um meine Leistung als Unternehmer zu beurteilen, bedarf es keiner „anonymen Quellen“, da kann man jede Auskunftei bemühen. Oder bei Google schauen, da haben wir 4,8 von 5 Sternen.

Lieber Herr Beutler und lieber Leser, an dieser Stelle mal ein paar Zitate aus den von der Sächsischen Zeitung höchstselbst veröffentlichten FAQ:

„Reporter sind darauf trainiert, Fakten so zu recherchieren und gegen zu checken, dass sie, wenn der Artikel fertig ist, guten Gewissens sagen können: So stimmt das.“

„Im Pressekodex des Presserates ist festgelegt, dass zur Veröffentlichung bestimmte Informationen „mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen sind“. Diese umständliche Formulierung meint: Fakten werden so sorgfältig geprüft, wie es einer Zeitung und einem Nachrichtenportal nur möglich ist.“

„Deshalb bedeutet Sorgfalt, deutlich die Quelle der Information zu benennen, den Konjunktiv zu nutzen und in einem Kommentar auf mögliche Zweifel hinzuweisen.“

„Journalisten sollen dann neutral sein, wenn sie Nachrichten und Berichte schreiben, sachlich und wertungsfrei. Meinungsbeiträge dagegen beziehen Stellung für die eine oder andere Position und eiern nicht herum (die einen meinen so, die anderen so). Eigentlich klar.“

Übrigens war der Artikel nicht etwa als Kommentar oder Meinung gekennzeichnet…

„Journalisten wiederum sind durch den Pressekodex des Deutschen Presserates verpflichtet, ihre publizistische Aufgabe unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahrzunehmen. Eine solche Verpflichtung wird in den Arbeitsverträgen festgeschrieben. Vor allem der Chefredakteur ist frei in seinen Entscheidungen und hat alle Rechte, Einflussversuche von außen abzuwehren.“

Wie es aussieht, wenn er diese Einflussversuche nicht abwehren will, steht leider nicht in den FAQ.